Powerfrau / Nachhaltiges Design by Werkvoll

[bigletter custom_class=””]Ich möchte euch heute eine richtige Powerfrau vorstellen. Eine Mutter die ich bewundere, vor der ich den Hut ziehe für ihre tolle Arbeit die sie macht. Sie ist wirklich talentiert. Ihr Label heißt Werkvoll.

Ich habe Lena Peter vor kurzem über Instagram kennengelernt und ich staunte nicht schlecht als ich gelesen habe, dass sie mit ihrem Designten Kinderhochstuhl 2016 für den German Design Award nominiert war. 300 ihrer Leuchten schmücken ein junges Hotel in Garmisch – Leuchten hergestellt aus alten Feuerlöschern. Was sie an ihrer kleinen Werkbank eben mal im Flur entwirft und sie selbst dort herstellt soll vor allem eins sein: nachhaltig, ökologisch, aus recyceltem oder Naturmaterialien. 

Jetzt mochte ich euch das kleine Interview mit dieser inspirierenden Frau auch nicht weiter vorenthalten. Vielleicht habt ihr auch noch Fragen? Dann schreibt sie gern in die Kommentare. [/bigletter]

Mona: Liebe Lena, es freut mich sehr Dich meinen Lesern vorzustellen zu dürfen. Erzähl doch erst mal ein bisschen von Dir.

Lena: Ich bin 32 Jahre alt, Mutter von zwei wundervollen Mädels (Hanna 7, Emma 1). Wir wohnen im schönen Bayern am Starnberger See in einem kleinen Ort. Ich war schon von klein auf sehr Natur verbunden, ich liebe es in den Bergen zu wandern. Meine große hat den Waldkindergarten besucht und ich versuche mit meinem Job eine gute und nachhaltige Zukunft für meine Kinder zu schaffen, in dem ich sinnvolle Produkte kreiere.

M: Apropos Nachhaltigkeit, ist der Gedanke Nachhaltig zu Produzieren erst durch die Kinder entstanden bzw verstärkt worden? Zu welchem Zeitpunkt warst Du mit Hanna schwanger? 

L: Der Nachhaltigkeits-Gedanke war schon immer da, da bin ich sehr geprägt worden durch meine Eltern. Sie haben mich früh mit den Themen der heutigen Zeit konfrontiert. Wofür ich sehr dankbar bin. Nachhaltigkeit war also sehr präsent im Studium für mich. Ich war direkt nach meinem Bachelor-Abschluss schwanger mit Hanna und habe mich direkt selbstständig gemacht. Natürlich ist das Thema noch wichtiger und präsenter seitdem ich Mutter bin. Ich möchte meinen Kindern eine gute Zukunft ermöglichen und wünsche, dass wir das alles zusammen hinbekommen.

M: Wie bist du überhaupt zu design gekommen? 

L: Ich habe Industrial Design in München studiert und im März 2011 absolviert. Es ist absolut mein Traumberuf. Ich kann mich kreativ total austoben und liebe es mal zu fotografieren, mal zu designen, mal zu produzieren. Die Abwechslung macht es. Meine Eltern sind aber auch sehr kreativ, deswegen denke ich, ist es mir etwas in die Wiege gelegt worden.

M: Wann hattest du Deine erste Idee gehabt? Und was hat Dich an dieser Idee fasziniert und inspiriert?

L: Meine ersten Produkte entstanden schon im Studium z.b. Raumteiler STRUKTUR, weitere Produkte wie die Recyclingbackformenleuchten und den Hocker PAUL dann in der Bachelorarbeit. Den Kinderhochstuhl Ma(hl)2 habe ich vor 7 Jahren für meine erste Tochter entwickelt. Mir persönlich haben die gängigen Hochstühle nicht gefallen und ich dachte es muss mal was neues her. Die Ideen zu meinen Produkten kommen mir meist sehr spontan, aus der Situation heraus, oder wenn ich Abends im Bett liege und nicht einschlafen kann. Die meisten meiner Produkte habe ich entwickelt, da ich sie zuerst einmal selbst benötigt habe und den Markt mit meinem Design auffrischen wollte. Bei meiner Arbeit inspirieren mich meine Kinder und die Natur

M: Gibt es eine Entstehungsgeschichte zum Raumteiler Struktur?

L: Ja, ich habe den Raumteiler in meinem Praktikumssemeter (5. Semester) bei der Firma Zeitraum entwickelt. Sie haben mir als Aufgabe für einen Messestand der IMM Köln die Entwicklung eines Raumteilers gegeben. Ich hab mich dann gleich mit Pappe an ein 3-D Modell gemacht – welches dem heutigen Produkt ziemlich ähnlich sieht. Die Idee war also relativ schnell da. Nachdem wir den Raumteiler dann auf der Messe gezeigt hatten, kam er bei den Besucher super gut an. (Es sollte eigentlich nur ein Messeprodukt also Dekoobjekt für den Stand werden). Es wurde gefragt wie und wo man ihn kaufen kann, also wurde daraus ein Verkaufsprodukt.

M: Welches war dann das 1. Produkt das Du verkauft hast und was war das überhaupt dann für ein Gefühl?

L: Mein erstes Produkt, dass ich verkauft habe war/waren Backformenleuchten. Die Leuchten hatte ich in meiner Bachelorarbeit entwickelt und Personen aus meinem Bekanntenkreis fanden sie so super, dass sie mir gleich welche abgekauft haben. Ich erinnere mich, dass kurz darauf eine Bäckerei 10 Stück bestellt haben, dass war für mich ein reißen Erfolg. Und einfach ein tolles Gefühl, dass jemand mein Produkt, dass ich entworfen und produziere habe, kaufen möchte.

M: Mir sind die Produkte mit den Feuerlöschern direkt aufgefallen und war von dem Design Gedanken, etwas wieder zu verwenden, sehr angetan. Wie ist diese Idee dazu entstanden?

L: Vor ca. 5 Jahren war ich auf einer Messe in Nürnberg. Es war eine Endverbrauchermesse und der verkauf lief sehr gut (Hochstuhl, Backformenleuchten, Hocker Paul, Raumteiler STRUKTUR). Genau die Messe war aber auch der Auslöser für die Produktserie FIRE. Ein Insolvenzverwalter hatte 10.000 alte Feuerlöscher auf Lager und wollte sie verschrotten, als er gesehen hat, dass ich aus alten Dinge neue hochwertige Produkte produziere, hat er mich gefragt, ob ich die Feuerlöscher nicht haben möchte. Ich habe mich damals leider erstmal nur für 2000 Stück entschieden. Ich hatte ja noch keine Idee oder Ahnung was daraus werden könnte. Im Nachhinein bereue ich total, dass ich nicht die restlichen auch noch „retten“ konnte. Damals hatte ich kein Lager und somit zu wenig Platz.

Als erstes habe ich diese im Ganzen als Kerzenhalter/Vase mit unterschiedlichen Motiven entworfen. Danach habe ich Sie mit meiner Säge geteilt und somit Leuchten und Dosen erhalten. Die Feuerlöscher sind aus hochwertigen Aluminium und ideal für Produkte. Nach und nach kamen dann immer mehr verschieden Produkte hinzu, und es ist noch nicht vorbei – ich arbeite weiter an neuen Produkten aus den Feuerlöschern. 

M: Aus Zufällen entstehen meist wundervolle Ideen. Wann hast Du gemerkt das es nicht nur ein Hobby sein sollte?

L: Direkt nach meinem Studium. Die ersten Jahre habe ich von Grafik- und Webdesign sowie Fotografie gelebt. Danach meinen Onlineshop aufgebaut und immer mehr Produkte kreiert und produziert. Dabei macht es mir so viel Spaß wirklich von Anfang dem Design bis zum Ende der Produktion sowie Vertrieb komplett dabei zu sein. Mein label „werkvoll“ ist somit ein One-Woman-Unternehmen. 

M: Wie bekommst Du das neben der Familie gemeistert? Wie sieht Dein Tagesablauf aus und wirst Du von anderen unterstützt?

L: Job und Familie unter einen Hut zu bekommen ist oft nicht so einfach. Aber mir war von Anfang an klar, dass ich selbstständig arbeiten und auch für meine Kinder da sein möchte (keine Tagesmutter etc.) Meine Kinder sollen erst mit 3 in den Kindergarten und eine Mama haben die Rund um die Uhr für sie da ist. Deswegen ist mein Schreibtisch mit PC im Wohnzimmer  – wo ich konzentriert arbeiten kann wenn die kleinste schläft und die große in der Schule ist, oder Abends wenn die kleinen schon im Bett sind.

 Meine Werkbank steht im Flur , hier baue ich z.b. die Leuchten zusammen, wenn die beiden Mädels im Kinderzimmer spielen. Oder ich nehme mein Werkzeug und gehe in den Garten, wo die Kinder nebenbei spielen können und ich produziere. Meine Säge und somit die „lauten Maschinen“ sind im Keller – hier kann ich Lärm machen, wenn die Omi da ist und nach den Kindern schaut. Das Lager befindet sich auch im Keller und im Garten im alten „Hühnerstall“ hier ist es ziemlich voll.

Wir wohnen derzeit noch in einer Mietwohnung und ich bin sehr dankbar, dass unser Vermieter mir so viel Raum für meine Arbeit lässt. Mein Mann ist auch selbstständig und arbeitet ein paar Orte weiter weg. Er unterstützt mich sehr, indem er meine verpackten Bestellungen/Pakete mit zur Post nimmt (ist oft nicht so einfach mit Kind auf dem Arm, Pakete weg zu bringen), und er kümmert sich auch mal um die Kinder, wenn ich noch arbeiten muss. Alles im Allem klappt das ganz gut und ich bin wahnsinnig froh, das glück zu haben mit meinem beruf so viel für die Kids da sein zu dürfen und zu können. Die Große werkelt auch gerne schon mal mit und sagt „ ich werde mal Feuerlöscher-Desingerin“.

M: Ich kann das sehr gut nachvollziehen und aus Erfahrung sagen, dass Mutter zu sein und nebenher noch einen Shop zu führen, alles andere als leicht ist. Was ist dir wichtig bei deinen Produkten und design?

L: Bei meinen Produkten steht an oberster Stelle, dass sie nachhaltig sind. D.h. dass sie entweder aus recycelten Materialien bestehen oder auch hochwertigen Naturmaterialien. Meine Produkte müssen beständig, langlebig sein und haben oft viele Funktionen – somit kann man sie vielseitig nutzen. Das Design ist meist schlicht, einfach gehalten und die Produkte somit zeitlos und langlebig zu nutzen. Ich finde wir haben es als Aufgabe eine gute und besser Zukunft für unsere Kinder zu schaffen. 

M: Wie lang dauert es von der Idee bis zur finalen Umsetzung?

L: Das geht meinst relativ schnell, die Ideen sind Gott sei dank immer ziemlich flink im meinem Kopf und dann auch schnell im ersten 3-D Modell (ich zeichne nicht viel, sondern baue direkt ein Prototyp). Leider liegen aber einige Produkte noch auf meinem Schreibtisch, die ich nicht habe umsetzen können. Das liegt vor allem an der fehlenden Zeit mit zwei Kinder, Haushalt und der laufenden Arbeit.

M: Welches ziel strebst du momentan an?

L: Ich möchte definitiv auch in Zukunft nicht nur designen, sondern meine Produkte auch produzieren. An allen Arbeitsschritten beteiligt sein und womöglich alle Aufgaben weiterhin selbst erledigen. Ich würde mich freuen, wenn viele mein Label mit meinen Produkten kennenlernen und vorallem meine Geschichte dahinter kennen

M: Es ist wirklich sehr beeindruckend, wie du als Mama zweier Kinder deine Träume in einem Beruf verwirklichst. Viele junge Mamis träumen nur davon, vielleicht nur ein bisschen mehr Zeit für sich zu haben oder (Teilzeit-) Job, Familie, Haushalt und Termine jeden Tag unter einen Hut zu bekommen. Hast du einen Rat für sie?

L: Ich schätze es wirklich sehr und bin dankbar für mein „Glück“ eben für meine Kinder da sein zu können und gleichzeitig meiner Leidenschaft dem Design nach zu gehen. Das ist nicht selbstverständlich, aber ich habe eben auch hart dafür gearbeitet (bzw tu es immer noch). 

Mein Rat an alle:

Seit mutig, traut euch eure Ideen in die Wirklichkeit umzusetzen und lebt eure Träume, dann werden sie auch Wirklichkeit. Die Energie für die „Doppelbelastung“ hat man auch nur dann, wenn man wirklich dahinter steht und es einem Spaß macht.


Aufbau des Raumteilers Struktur
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Werkvoll by

Lena Peter

Kartoffelsalat mit selbst gemachter Mayo

Kartoffelsalat ist ein Klassiker der deutschen Küche. Jeder hat sein eigenes Rezept.

[bigletter custom_class=””]Kartoffelsalat ist ein Klassiker der deutschen Küche. Jeder hat sein eigenes Rezept. Die Eine verfeinert ihren Kartoffelsalat mit Gurkendie andere mit Speck. Bei mir kommt Salatgurke für die extra frische mit rein. Aber was allen Salaten gleich ist – die große Portion Liebe zum Kochen. Also viel Spaß beim nach machen.

Statt im Supermarkt zur Tube oder zum Glas zu greifen, kannst du Mayo auch super einfach in deiner eigenen Küche zaubern.[/bigletter]

Die Sache mit der Mayo geht derart fix und wirklich narrensicher, dass eigentlich niemand mehr Fertig-Mayo im Laden zu kaufen braucht. Fertig-Mayo schmeckt zwar auch nicht schlecht, aber ehrlich gesagt möchte ich gar nicht erst wissen was die Industrie da reinrührt, um rohes Ei ein Dreivierteljahr haltbar zu machen.

Selbstgemachte Mayonnaise… schmeckt einfach besser!

Für die Mayonnaise müssen alle Zutaten die gleiche Raumtemperatur haben, sonst gerinnt sie.

Eigelb, Senf, Salz und Pfeffer vermischen. Das Öl langsam portionsweise hinzufügen und gleichzeitig ständig mit einem Schneebesen oder Rührgerät aufschlagen, um die Emulsion herzustellen. Das restliche Öl nach und nach hinzugeben und pausenlos weiter aufschlagen. Einen Schuss Essig dazugeben und abschmecken.

Die Kartoffeln als Pellkartoffeln in Gemüsebrühe oder Salzwasser kochen bis sie gar sind. In der Zwischenzeit die Zwiebeln und Salatgurke in kleine Würfel schneiden. Pellkartoffeln abgießen, pellen und erkalten lassen. Danach in dünne Scheiben schneiden.

Kartoffeln mit selbst gemachter Mayo, Salatgurke, Zwiebeln und frisch gehackter Petersilie mischen. 

1 Brühwürfel mit 150 ml heiße Wasser anrühren und mit unter den Kartoffelsalat mischen. Zuletzt mit Salz und Pfeffer abschmecken. 

Fertig! 

Lasst den Kartoffelsalat min. 2 Stunden durchziehen, dann schmeckt er doppelt so lecker. 

INKONTINENZ NACH DER GEBURT

Inkontinent werde ich sein, wenn ich alt bin! Pustekuchen, wenn es nach dieser Aussage geht, bin ich sehr alt, also unglaublich alt…

[bigletter custom_class=””]Und mal wieder kommt hier heute ein Thema auf den Tisch worüber jeder stillschweigt. Inkontinenz nach der Geburt. Jetzt mal Hand aufs Herz ihr Muttis, wer besteht eine Runde Trampolin springen kurz nach der Geburt, ohne nass zu werden? Also ich strecke meine Hand selbst nach 10 Monaten noch nach oben. Ich gehöre leider zu den Frauen die sich vor lachen in die Hose pinkeln. Somit bekommt dieser vermeintlich lustige Satz einen bitteren Beigeschmack. Denn schön ist es schon länger nicht mehr. Bei jedem Husten, Lachen, Niesen alles anzuspannen was die Vagina herhält. Und trotzdem kann es sein, das ein paar Tropfen in die Hose gehen.

Bist Du noch ganz dicht oder tropfst Du schon?

Mit diesem Problem bin ich als Mutter nicht allein. Manche Frauen verlieren bereits während der Schwangerschaft ungewollt Urin. Viele Frauen leiden stumm. Wer eine Blasenschwäche hat, möchte darüber nicht reden. Sie ist den meisten peinlich. Ich traute mich eben so wenig darüber zu sprechen. Ich dachte ich wäre so ziemlich die einzige die in meinem Umfeld damit zu kämpfen hat. Doch dann erzählte ich meinen Mädels davon und siehe da, selbst eine meiner Freundinnen ist betroffen. Als sie mir ihre Geschichte erzählte musste ich zwar laut lachen aber ab da an wusste ich, das es ein Thema ist was man nicht einfach so tot schweigen sollte. Lest selbst und traut euch über das Thema zu sprechen denn ihr seid nicht alleine! Vielen Dank vorab liebe Judith für deinen wirklich mutigen Beitrag [/bigletter]

Inkontinent werde ich sein, wenn ich alt bin!

Pustekuchen, wenn es nach dieser Aussage geht, bin ich sehr alt, also unglaublich alt, vermutlich der älteste Mensch der Welt.

Mein Name ist Judith, ich bin 31 Jahre alt, Mutter eines 2;8 Jahre alten Jungen und mein Beckenboden gleicht einem labbrigen Toast.

Ich sehe mich noch genau mit meinem Kind in der Spielgruppe, gerade noch pünktlich angekommen, berichteten andere Mütter „Ja, bei uns war es heute auch knapp, wir waren gerade angezogen und startklar, da musste ich der kleinen noch eine neue Windel machen, immer das Gleiche“. Ich dachte an unseren Vormittag, wie wir duschten, frühstückten, uns fertig machten und kurz vor Abfahrt nicht mein Sohn eine neue Hose brauchte, sondern ich ….

Peinlich aber wahr, vor allem, wenn man bedenkt, dass ich doch so fleißig im Rückbildungskurs mit meinen Schamlippen geklatscht habe. Vergebene Müh! Natürlich passiert es nicht täglich, dass ich mir, im wahrsten Sinne des Wortes, in die Hose mache, aber es passiert meist dann, wenn man es nicht gebrauchen kann.


Mein erster Geburtstag als Mutter

So erinnere ich mich noch gut an meinen 29. Geburtstag. Mein erster Geburtstag als Mutter. Meine Freundinnen entführten mich zu einem tollen Mädelspartyabend auf ein Schiff. Ich fühlte mich super, endlich nochmal ein Abend nur für mich, weg von meinen Männern, mit guter Musik, 12 feierwütigen Freundinnen und viel Alkohol. Es kam wie es kommen musste, ich trank und trank und musste niesen….

Da stand ich nun, mitten auf der Tanzfläche,  angetrunken und eingenässt, umringt von meinen Freundinnen, die diese Situation äußerst amüsant fanden. Es nütze nichts, die Hose musste geföhnt werden oder ich hätte den restlichen Abend sitzend auf einem Stuhl verbringen müssen.  Da letzteres keine Option war, ging ich auf die Damentoilette, zog mich aus und stellte mich „unten ohne“ vor den Handtrockner um meine Hose zu trocknen. Die Schlange an Frauen war lang, alle guckten mich etwas beschämend an. Ich erklärte, dass ich einen kleinen Sohn zu Hause hätte, es mein Geburtstagsabend sei und das ich seit der Geburt mit Inkontinenz zu tun hätte, das wäre nicht schön, aber mein kleiner fröhlicher und gesunder  kleiner Mann wäre dieses Opfer mehr als wert.

Die Frauen klatschten und lachten. Eine sagte: „Toll, dass das mal einer zugibt, klasse!“ , eine andere wollte mir eine Einlage anbieten und eine dritte direkt einen neuen Schlüpfer. Natürlich besuchten auch „Nicht Muttis“ die Toilette und waren etwas pikiert über meine Äußerung und die große Anteilnahme, das störte mich aber nicht, schließlich würde es sie sicher irgendwann auch mal treffen und dann werden sie an diesen Abend zurück denken.


Ich fand es toll, zu wissen, dass Inkontinenz nicht nur mein Problem zu sein scheint.

Seit dem gehe ich ganz offen damit um. Ich habe mir fest vorgenommen nach meiner zweiten Schwangerschaft mehr für meinen Beckenboden zu tun. Auch wenn ich mich nicht dafür schäme, dass mein Sohn „trockener“ ist als ich, ist Inkontinenz doch etwas lästig und für Windeln fühle ich mich dann doch etwas zu jung.

Ob intensiveres Beckenbodentraining hilft, werde ich wohl noch herausfinden. Was hilft, das Problem mit der Inkontinenz mit einem lachenden Auge zu betrachten, ist die Gewissheit, dass es mir nicht alleine so geht. Und wenn man ehrlich ist, wir wurden mit dem besondersten Geschenk belohnt, das man sich wünschen kann, das ist kleine körperliche Einschränkungen allemal wert.

Was soll ich mich über eine nasse Hose ärgern, wenn vor mir mein Lieblingsmensch steht. Jeden Tag meines Lebens macht er so besonders, auch wenn ich für uns beide Wechselkleidung einpacken müsste.