Abenteuerreise, mit dem Dach-Zelt, Jeep und Kleinkindern durch Namibia

Bei mir stand Afrika schon lange weit oben auf der Bucket-List. Doch von meinem Mann war dieser Kontinent eigentlich noch nicht so sehr ins Auge gefasst worden wie von mir. Aufgrund seiner Arbeit beim Film ging er davon aus, früher oder später eh in Südafrika zu Drehen. Hier werden nämlich ziemlich oft Filme gedreht. Darum konnte ich es ehrlich gesagt kaum glauben, als sich mein Mann dann nach Flügen in Richtung Namibia umgeschaut hat. Besser gesagt war ihm ein Angebot auf Urlaubsguru aufgefallen. Mit KLM nach Winduk Namibia und von Port Elizabeth (Südafrika) zurück für 411€. Umso mehr freute ich mich dann schließlich, dass wir zugeschlagen haben.

Es ging also zuerst nach Namibia.

Reiselustig war ich ja schon immer, aber erst mit meinem Mann habe ich erfahren, was Reisen wirklich bedeutet. Und jetzt, nach unserem Road-Trip durch Namibia und Südafrika mit Jeep, Dachzelt und unseren Kindern, würde ich behaupten, dass ich erst jetzt wirklich weiß, was Abenteuerreisen sind. Was uns genau erwartete, konnten wir zu Anfang wirklich nicht ansatzweise erahnen. Wir wollten Abenteuer, wir bekamen Abenteuer!

Ohne vorher zu wissen, wie wunderschön es hier schlussendlich sein sollte, haben wir uns am Ende alle einfach unglaublich auf diese Erlebnisreise gefreut.

Es sollte mit Gewissheit eine Reise werden die wir nie mehr vergessen würden. Eine Reise die unsere Familie noch mehr zusammen bringen und stärken sollte.

Sie sollte uns Bewusstsein schaffen und uns die Natur noch näherbringen. Wir sollten es mit unseren eigenen Augen sehen, es spüren, es mit allen Sinnen wahrnehmen, wie wunderschön unser Fleckchen Erde doch in Wirklichkeit ist. Wie frei man sich fühlt, wenn man nur ein kleines bisschen Mut aufbringt und sich wagt ein Abenteuer anzutreten.

Und nein, es ist keineswegs verrückt solch eine Reise mit Kindern oder sogar Kleinkindern zu starten. Vielmehr muss ich an euch appellieren, den Mut zu fassen und es einfach zu machen. Ihr werdet sehen wie glücklich eure Kinder sein werden und wie enorm sie dadurch wachsen. Sie werden den Umgang mit anderen Kulturen, Tieren, und der Natur kennenlernen. Es geht darum, dass sie erfahren und entdecken. Jeder Tag ist einzigartig. Jedes Erlebnis bleibt und prägt ihr Leben. Meiner Meinung nach kann man damit nicht früh genug anfangen. Es ist nicht anstrengender als der Alltag mit Kind zuhause. Mein Mann und ich haben von Anfang an gesagt, dass wir weiter die Welt entdecken wollen, gemeinsam mit unseren Kindern. Wir möchten keine unserer Reisen missen, auch wenn es manchmal heißt, neue Situationen zu meistern. Ihr könnt nur daran wachsen. Seht es als Aufgabe. Es lohnt sich, versprochen!

Wir wollten Abenteuer, wir bekamen Abenteuer!

Den Satz sage ich nicht ohne Grund nochmal, ich möchte lediglich damit aufgreifen, dass es diesmal ein enormer Unterschied zu unseren anderen Reisen mit Kindern war. Wir sind zuvor schon super viel gereist, aber diese Form von Reisen war für uns Neuland.

Ich muss ehrlich sagen, ich hatte tatsächlich keinerlei Erwartungen, ich wollte es einfach auf mich zukommen lassen. Wir stellten uns natürlich darauf ein, das ein oder andere Mal vor eine Herausforderung gestellt zu werden. Dass die Straßenverhältnisse nicht sonderlich gut waren, hatten wir geahnt. Wir wussten, dass Namibia ein großes Land ist und man Stunden fährt ohne nur einer Menschen Seele zu begegnen.

Wir wussten, dass wir das Allernötigste dabei haben werden, um zu überleben oder besser gesagt, uns aus dem ein oder anderen Schlamassel retten zu können. Ja wir waren wirklich super ausgerüstet bis auf das eine Mal, als wir im Fluss feststeckten. Das ist aber noch mal eine andere Geschichte. All diese Dinge, die wir so dabei hatten, die am oder im Auto befestigt waren, machten erst dann Sinn, wenn man sie auch tatsächlich brauchte! Wie zum Beispiel die Schaufel, um sich aus Sand frei zu graben, die zwei Ersatzreifen, der 40 Liter Tank Wasser und natürlich auch der riesige Benzintank, der sich unter dem Auto befand.

Wir machten uns also gefasst auf das, was da vor uns lag!

Ich glaube einer der häufigsten Fragen bezüglich Namibia mit Kindern war, ob wir uns extra haben impfen lassen? Wir waren durch unsere vergangenen Reisen bereits ganz gut aufgestellt was das Impfen angeht. Allgemein sollte man grundsätzlich alsFernreisender sinnvolle Impfungen erwägen, wie Tetanus, Diphtherie, Polio, Hepatitis A und Masern, Röteln, Mumps. Nach Absprache mit dem Kinderarzt haben wir uns bei den Kindern noch dazu entschlossen zusätzlich Hepatitis A und Meinkokocken Acwy zu impfen. Zudem solltet ihr Malaria-Standby-Mittel für die Kinder und für euch dabeihaben. Das Rezept dafür bekommt ihr bei eurem Arzt. Auf eine Malaria Prophylaxe haben wir verzichtet, da wir uns nur drei Tage im Norden aufgehalten haben. Es bestand quasi nur bei Ethosha das Risiko an Malaria zu erkranken. Was ich euch aber ausdrücklich ans Herz lege, ist natürlich richtig gutes Mückenspray. Und am besten gegen Dämmerung immer lange helle Kleidung zu tragen.

Fernab von Massentourismus, gähnende Leere und Freiheit

Womit man Namibia definitiv nicht in Verbindung bring ist der Massen-Tourismus. Ich habe bisher noch nie ein so leeres Land gesehen. Ja, man hat die Touristen förmlich suchen müssen. Generell waren selbst Campingplätze und Hot-Spots manchmal wie leergefegt. Ich fand es verrückt, so ganz und gar alleine zu sein. Den Kindern machte es relativ wenig aus, sie hatten uns und sich als Geschwister und es gab genug zu entdecken. Mir gab es dafür oft das Gefühl von Freiheit. Man fühlte sich erlöst von dem ganzen Druck und dem Trubel der heutigen Zeit. Das Schweigen der Wüste, die klare saubere Luft, die Unendlichkeit des Horizontes, der helle Sternenhimmel. Es macht mich immer noch unfassbar glücklich, wenn ich an dieses Gefühl zurückdenke, das ich dort verspürt habe.

Unsere Route, Lodges und Campingplätze

Hierzu werde ich noch eine genaue Auflistung in einem weiteren Beitrag schreiben. Was ich euch aber vorab schon mal sagen kann ist, dass ihr eure Reise-Route frühzeitig grob festlegen solltet. Einfach aus dem Grund, dass viele der Campingplätze und auch grade Lodges zur Hauptsaison wirklich schnell ausgebucht sind. Vor allem bei den beliebten Hot-Spots wie den Sanddünen Sossusvlei, Gottberg, Spitzkoop oder im Etosha wäre es ärgerlich außerhalb übernachten zu müssen. Wir haben es so gemacht, dass wir für uns die wichtigsten Unterkünfte reserviert und alles andere frei bestimmt haben. Somit hatten wir noch eine gewisse Freiheit und mussten uns nicht täglich an einen Plan halten. Uns persönlich macht es immer besonders viel Freude uns einfach treiben zu lassen ohne genau zu wissen, was einen erwartet.

Trotzdem möchte ich noch erwähnen, dass die meisten Unterkünfte Kinder gerne beherbergen. Allerdings gibt es auch wenige Ausnahmen. Einige der Lodges möchten aus Sicherheitsgründen lieber keine Kinder aufnehmen, dazu gehören meist die Lodges mit Großkatzen. Oft beschränkt sich das Ganze aber auch nur auf die Safaris bzw. die Game Drives (Geführte Safari Tour). Es gibt manchmal auch die Möglichkeit Safaris selbst zu fahren ( Selfdrive Game). 

Ihr seid in eurem eigenen Auto definitiv sicherer aufgehoben. Ihr könnt Fenster und Türen geschlossen halten, im Gegensatz zum offenen Safari Jeep. Erkundigt euch am besten im Voraus. 

Wir schliefen in den Dach-Zelten besser denn je.

Dass ich das mal sagen würde, hätte ich eigentlich nicht erwartet. Aber es war wirklich so. In den Zelten schliefen wir einfach alle so enorm gut, viel besser als in jedem Bett. Lag es an der frischen Luft? Ich weiß es nicht. Wo schliefen die Kinder? Haben sie alleine in einem Zelt geschlafen? Da unsere Kinder noch recht klein sind (2 und 4 Jahre) haben wir uns dazu entschieden, dass jeweils ein Erwachsener mit Kind in dem Zelt schlief. Wir Mädels in einem Zelt die Jungs in dem anderen.

Sobald es dunkel wurde, gingen wir eigentlich alle gemeinsam ins Bett. Nachdem die Kinder eingeschlafen waren, unterhielten wir uns oft noch von Zelt zu Zelt durch das Mückennetz. Wie auf dem Beichtstuhl: „Man sieht sich nicht, man hört sich nur!“  Ja die Zweisamkeit ging uns echt flöten.Bedenken, dass jemand aus dem Zelt heraus fallen könnte, hatten wir keine. Die Reißverschlüsse sind für ziemlich schwergängig und somit für Kleinkinder nicht so einfach aufzumachen.

Was ich euch noch ans Herz legen möchte!

Es kann für Kinder super anstrengend werden.

Die Sanddünen beim Sossusvlei sind für Kinder zwar ein ultimatives Erlebnis und Paradies, aber um die Mittagszeit kann es enorm heiß werden. Lieber früh morgens oder am späten Nachmittag besteigen. Wir waren bei Sonnenaufgang und auch einmal bei Sonnenuntergang dort, beides hat was ganz Besonderes und ist von den Temperaturen auch angenehmer.

Bei einem Besuch des Etosha Nationalparks ist zu bedenken, dass im Park nicht ausgestiegen werden darf (nur in den Camps). Das heißt also vorher Pippi machen, dass falls der Löwe vor einem steht, man nicht gleich ins Höschen macht. Ne, Quatsch bei Seite, ihr solltet vorher tatsachlich nochmal gehen, das Camp ist nicht immer um die Ecke. Oder ihr plant alternativ vorher schon Pipi-Pausen im Camp ein.

Für Kleinkinder, die sich in ihrer heimischen Routine am wohlsten fühlen, kann eine Namibia-Reise sehr anstrengend werden. Ab welchem Alter sich eine Namibia-Reise für ein Kind lohnt, ist total vom Charakter des Kindes und von der Einstellung der Eltern abhängig. Unsere Kinder sind es gewohnt längere Strecken im Auto zu sitzen. Ein Kind, dem es schwerfällt still zu sitzen, wird lange Autofahrten nicht so toll finden. Aber auch in so einem Fall kann man viele Pausen einplanen oder die Tagestouren kurzhalten – man muss eben kreativ werden. Wir hatten immer viel zu Knabbern dabei. Falls es doch mal langweilig wird, sind Bücher anschauen und Hörbuch hören eine gute Ablenkung. 

Regeln für die Kinder aufstellen

Giftige Schlangen und Skorpione sind eigentlich die einzigen Tiere die uns beim Campen gefährlich hätten werden könnten. Daher gab es für die Kinder ganz besondere Regeln: 

– Keine größeren Steine oder Geäst hochheben. 
– Nicht im Gebüsch rumlaufen. 

– Immer in der Nähe von Papa und Mama bleiben.

Zudem haben wir überwiegend festes Schuhwerk getragen, und was die großen wilden Tiere betrifft, werden diese meist von den Campsites mit Zäunen von uns ferngehalten. Deswegen war Wild-Campen für uns keine Option und wird auch nicht empfohlen.

Unser Fazit 

Was soll ich sagen…Namibia ‎ist für mich unglaublich schön gewesen.

Meine Gefühle, die ich diesem unbeschreiblichen Land gegenüber habe, sind einfach kaum in Worte zu fassen. Ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich an manche Momente zurückdenke. Die ganze Schönheit der Natur, die Herzlichkeit und Lebensfreude der Menschen. Die endlosen Steppen und Weiten des Landes. Es gibt vieles zu entdecken, was einem die Sprache verschlägt. Und ja, die Nächte sind dunkel und wirklich so voller Sterne wie ihr sie auf den Bildern seht. Die Milchstraße ist ebenso einzigartig und überwältigend gewesen, auch eines meiner Highlights von Afrika.

Ich denke an die wunderschöne Tierwelt zurück die enorm beeindruckend für mich war. Nur wenige Meter standen sie von uns entfernt, die prachtvollen Giraffen, die Elefantenherden, die kämpfenden Zebras. Wir waren tatsächlich sehr oft mittendrin statt nur dabei. Am Abend die Zelte aufzuschlagen, mitten im Nirgendwo zu zelten. Mit den Kindern um das Lagerfeuer zu sitzen und Marshmallows ins Feuer zu halten… Wer träumte als Kind nicht schon von solch einem Abenteuer?

Auch wenn sich nicht immer alles nach Erholung angehört hat, wir konnten auch mal die Seele baumeln lassen. So manche Herausforderungen musste gestemmt werden, um am Ende an das Ziel zu gelangen. Dafür wurden wir zum Schluss mehr als belohnt. Wir hatten Zeit um über all das Schöne und auch nicht so Schöne im Leben nachzudenken, sich selbst zu finden und die Welt zu hinterfragen. Es hat uns verändert und geprägt, mich und meine Weltanschauung. Solche Erfahrungen sind enorm viel wert, sie werden uns für immer bleiben.

Ja- Namibia ist mir tatsächlich unter die Haut gegangen, es hat all unsere Erwartungen übertroffen, es war eine Reise, die wir sicher nie vergessen werden. Wir werden definitiv wieder kommen um dieses Abenteuer vorzusetzen. Und wer uns aufmerksam über Instagram gefolgt ist hat bemerkt das wir bis Südafrika unsere Reise fortgesetzt haben. Aber ich muss sagen, wir sind in Südafrika einfach nicht so aufgeblüht wie in Namibia. Es war schön, keine Frage. Vielleicht war es aber auch immer dieser Hintergedanke, dass wir in Südafrika einfach nicht ganz so sicher waren wie in Namibia. Natürlich sollte man auch dort nicht allein ohne einen Guide durch die Townships laufen, aber im Vergleich zu Südafrika haben wir uns in Namibia zu keinem Zeitpunkt unsicher gefühlt. 

Ich bin gespannt, wann wir unsere Reisen vorsetzen dürfen, um wieder die Welt mit unseren eigenen Sinnen entdecken zu können. 

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