Familienreise · Namibia · 2025/26
25 Tage Namibia
mit drei Kindern
Vom Kalahari-Sand bis zu den Epupa-Wasserfällen an der Angola-Grenze – unser zweiter Namibia-Roadtrip mit Kian (10), Julin (8) und Liv (3)
Unsere zweite Namibia-Reise
Diesmal in den hohen Norden
Fünf Jahre nach unserem ersten Namibia-Roadtrip war klar: Wir müssen zurück. Doch diesmal mit drei Kindern statt zwei, in der grünen Regenzeit statt im trockenen Frühjahr – und mit einer Route, die uns weit in den Norden bis an die Angola-Grenze führt.
25 Tage, ein 4×4 mit Dachzelt, Weihnachten in der Kalahari und Silvester in Swakopmund. Hier ist unser kompletter Reisebericht – Tag für Tag, mit allen wichtigen Infos zu Strecken, Fahrzeiten, Unterkünften, Kosten und ehrlichen Erfahrungen aus der Praxis.
Hinweis zu den Fahrzeiten: Die Werte sind realistische Durchschnittszeiten für Namibia, nicht Google-Maps-Optimum. Schotterpisten, Wildquerungen, Tankstopps, Kindersitz-Pausen und der ein oder andere Sundowner gehören dazu – plant immer großzügiger als in Deutschland.
Auf einen Blick
Auf der Karte
25 Tage durch Namibia
Vom Kalahari-Sand in den hohen Norden – und über den Etosha zurück
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Nach dem langen Flug holen wir den 4×4 mit Dachzelt ab. Gebucht haben wir das Fahrzeug über Rent A Camper aus dem Rheinland – deutsche Ansprechpartner, die einem sehr herzlich weiterhelfen und bei jeder Frage zur Seite stehen. Die Einweisung dauert rund zwei Stunden – wichtig, denn das Auto wird die nächsten 25 Tage unser Zuhause sein. Im Anschluss großer Einkauf für die ersten Tage in der Wildnis: Wasser, Obst, Brot, Snacks für die Kinder – und Brennholz. Letzteres ist in Namibia Pflicht, denn Holz im Busch oder auf den Campsites einfach aufzusammeln ist nicht erlaubt.
Am Abend gehen wir nochmal in Windhoek essen, bevor wir die Nacht in unserem Apartment in der Arebbusch Travel Lodge verbringen – ankommen, durchatmen, schlafen. Morgen geht es richtig los.
Tipp für Tag 1
Beim Einkauf großzügig denken – die nächsten Tage führen durch dünn besiedelte Gebiete. Wasser-Faustregel mit Kindern: 5 Liter pro Person pro Tag, lieber zu viel als zu wenig. Brennholz unbedingt direkt mit einkaufen, das spart später Stress an den Campsites. Und: SIM-Karte direkt am Flughafen kaufen, das spart Zeit. Wichtig: Eine physische SIM ist zurzeit deutlich günstiger als eine eSIM – wir haben für umgerechnet ca. 15 € satte 50 GB Daten bekommen.
Erster richtiger Fahrtag. Aus dem hügeligen Windhoek heraus geht es Richtung Südosten in die Kalahari – die roten Dünenstreifen wirken nach dem stadtgrauen Vortag wie ein anderer Planet. Die Campsite der Anib Kalahari Lodge ist ein echter Volltreffer für den Einstieg: Jeder Stellplatz hat eigene Dusche und eigene Toilette sowie eine überdachte Sitzmöglichkeit – nach dem ersten Fahrtag mit drei Kindern Gold wert.
Highlights
- Erste rote Kalahari-Dünen
- Erdmännchen, Springböcke und Strauße am Wegesrand
- Premium-Campsite mit eigenem Sanitärbereich
- Überdachte Sitzecke direkt am Stellplatz
Familientipp
Die Kalahari ist ein sanfter Einstieg ins Camping-Leben. Stellplätze mit eigener Dusche/Toilette kosten ein paar Euro mehr, sind aber besonders mit kleineren Kindern (Liv ist 3) extrem entspannt – kein nächtlicher Marsch zum Gemeinschaftsbad. Wer nicht campen möchte, ist hier ebenfalls gut aufgehoben: Die Lodge bietet komfortable Chalets, zwei Pools und ein Restaurant mit Innen- und Außenbereich. Das Beste: Auch als Camper darf man Pools und Restaurant der Lodge mitnutzen.
Heute nur ein kurzer Hopser zur Auab Country Lodge – Heiligabend in der Kalahari. Pool für die Kinder, am Abend ein liebevoll gemachtes Weihnachtsessen im Restaurant der Lodge. Andere Sternbilder, andere Hitze, dieselbe Familie. Eine Erinnerung, die für sich steht.
Weiter Richtung Süden nach Keetmanshoop – und damit zu einem unserer absoluten Lieblingsplätze der ganzen Reise: dem Mesosaurus Fossil Camp. An dieser Campsite stimmt einfach alles: die Aussicht, die Landschaft, der Sonnenuntergang. Jeder Stellplatz liegt einzeln zwischen riesigen Dolerit-Felsen und Köcherbäumen, dazu ein eigener Sundowner-Spot mit Blick über die Ebene. Bekannt ist der Platz vor allem für seinen unfassbaren Sternenhimmel – nachts hängt die Milchstraße zum Greifen nah über den Felsen. Und selbst Dusche und Bad sind hier total liebevoll gestaltet. 15 Euro die Nacht – und gefühlt der schönste Campsite, den wir je hatten.
Highlights
- Mesosaurus Fossil Camp – einer der schönsten Campsites Namibias
- Aussicht, Landschaft und Sonnenuntergang im Paket
- Sternenhimmel der Extraklasse – Milchstraße ohne Lichtverschmutzung
- Liebevoll gestaltete Sanitäranlagen
- Köcherbaumwald (Quivertree Forest) und 250 Mio. Jahre alte Fossilien
Familientipp
Dass die Stellplätze im Mesosaurus Camp einzeln und versteckt liegen, ist mit Kindern ein Traum: Sie können toben, Steine sammeln und Eidechsen jagen, ohne dass man sich Sorgen um Nachbarn machen muss. Aber aufgepasst – hier gibt es Skorpione und Schlangen. Schuhe nicht draußen stehen lassen, sondern jeden Morgen ausschütteln, nachts nur mit Stirnlampe laufen und immer ein Auge auf die Kleinen haben.
In Keetmanshoop machen wir den großen Lebensmittel-Stop – das ist die letzte richtige Einkaufsmöglichkeit für die nächsten Tage. Auf dem Weg zum Canyon legen wir noch einen Stopp am Canyon Roadhouse / Farm Yard ein: ein wunderbar schräges Auto-Wrack-Museum mit Restaurant, das jedes Kinderherz höher schlagen lässt. Übernachtung im Hobas Camp – direkt am Eingang zum Fish River Canyon. Wichtig: Die Tickets für den Canyon-Zugang müsst ihr gegenüber vom Check-in im Hobas Camp kaufen, nicht erst am Aussichtspunkt.
Highlights
- Lebensmittel-Stop in Keetmanshoop
- Canyon Roadhouse / Farm Yard mit Old-Timer-Wracks
- Erste Sicht auf den zweitgrößten Canyon der Welt
Familientipp
Plant den Canyon-Tag rückwärts: Erst zum Hobas Camp, kochen, Kinder kurz toben lassen – und dann erst zum Aussichtspunkt für den Sonnenuntergang. Wer mit drei Kindern direkt nach mehreren Stunden Fahrt aus dem Auto an die Felskante geht, hat keine Ruhe für den Moment. So genießt man ihn wirklich.
Bevor es Richtung Klein Aus weitergeht, fahren wir am Vormittag noch einen zweiten Aussichtspunkt am Fish River Canyon an – eine andere Perspektive auf den gewaltigen Schlund. Erst danach machen wir uns auf den Weg nach Norden.
Die Klein Aus Vista Lodge liegt malerisch zwischen Felshügeln, das Frühstück ist großzügig. Beim ersten Namibia-Trip hatten wir hier auf der Campsite übernachtet – diesmal war sie schon ausgebucht, dafür haben wir in einem gemütlichen Chalet geschlafen. Und gleich um die Ecke wartet ein Ort mit echter Geschichte: die Geisterschlucht. Hier endete einst eine Verfolgungsjagd nach einem Diamantenraub – das Fluchtauto mit den Einschusslöchern steht bis heute genau dort, wo der Schusswechsel stattgefunden hat. Die schmale Felsspalte selbst ist eindrucksvoll: kühle Schatten, eine besondere Akustik, die die Kinder zum Staunen bringt.
Auf den weiten Ebenen sehen wir die berühmten Wildpferde der Namib – Nachfahren der deutschen Schutztruppe, die seit über hundert Jahren hier in freier Wildbahn überleben. Dazu die ersten Zebraherden direkt am Straßenrand.
Highlights
- Wildpferde der Namib (Aus)
- Geisterschlucht mit dem historischen Fluchtauto und seinen Einschusslöchern
- Zebras in freier Wildbahn
- Frühstück mit Aussicht in der Klein Aus Vista Lodge
Der Klassiker – aber jedes Mal wieder magisch. Wir schlafen direkt im Sesriem Camp, das liegt innerhalb des Parks und gibt uns das wertvolle Privileg, schon vor Sonnenaufgang am Tor zu stehen. Am ersten Morgen klettern wir auf Düne 40, um den Sonnenaufgang über dem Dünenmeer zu erleben.
Und ja, ihr habt richtig gelesen – wir empfehlen die Düne 40 statt der berühmten Düne 45. Wir waren jetzt schon zum zweiten Mal dort und hatten beide Male die Düne komplett für uns allein. Im Gegensatz zur Düne 45, wo alle hinsteuern und sich der Aufstieg im Gänsemarsch vollzieht, ist die 40 ein Geheimtipp – und dabei mindestens genauso fotogen. Am Abend dann Deadvlei – die toten, schwarzen Akazien gegen orange Düne und blauen Himmel sind eines der unvergesslichsten Bilder Afrikas.
Highlights
- Düne 40 statt Düne 45 – einsamer Sonnenaufgang ohne Massen
- Deadvlei bei Sonnenuntergang
- Sossusvlei und das Dünenmeer der Namib
- Sesriem Canyon ganz in der Nähe
Wichtiger Familientipp
Eine Übernachtung im Sesriem Camp innerhalb des Tores ist mit Abstand die beste Investition. Ihr seid eine Stunde vor allen anderen am Vlei, vermeidet die Hitze und seht das Licht, das den Ort weltberühmt gemacht hat. Mit Liv (3) macht das den Unterschied zwischen Glücksmoment und Drama. Die kleine Düne 40 ist mit Kindern viel realistischer als die berühmte „Big Daddy”.
Pflicht-Stopp in Solitaire: die berühmte Tankstelle, die rostigen Autowracks und – ganz wichtig – der legendäre Apfelkuchen vom McGregor’s Bakery. Aber auch alles andere aus der Bäckerei ist wirklich sehr lecker. Neuerdings gibt es sogar Pizza – die war schon kurz nach Mittag komplett vergriffen, also lieber früh dran sein. Danach geht es nur ein Stück weiter zum Bushmans Camp: ruhig, einfach, schön gelegen. Ein guter Ort, um vor dem Schwung an die Küste durchzuatmen.
Absolutes Highlight für die Kinder auf dem Bushmans Camp: Auf dem Gelände leben freilaufende Schildkröten. Kian, Julin und Liv waren komplett fasziniert und haben die kleinen Panzertiere stundenlang beobachtet.
Highlights
- Solitaire Tankstelle und Autowracks
- McGregor’s Bakery: bester Apfelkuchen Namibias
- Ruhiger Stellplatz im Bushmans Camp
Swakopmund fühlt sich nach Tagen in der Wüste fast surreal an: deutsche Kolonialarchitektur, Cafés, Atlantik-Kühle und richtige Supermärkte. Nach neun Tagen weit weg von jeder Zivilisation kann es fast irritieren, plötzlich wieder so viele Menschen um sich herum zu haben.
Wir nutzen die zwei Nächte zum Regenerieren: Wäsche waschen, Besorgungen für die zweite Reisehälfte machen, und die Kinder dürfen sich ausgiebig austoben – Spielplatz, Eis, Pizza, alles was sie eine ganze Weile nicht hatten. Auch das raue, kühle Klima nach der Wüstenhitze ist eine willkommene Abwechslung.
Wer mag, kann von Swakopmund aus tolle Tagestouren unternehmen: die berühmte Sandwich Harbour Tour, wo rote Dünen direkt in den Atlantik fallen, ein Ausflug zur Robbenkolonie Cape Cross, eine Tour zur Skeleton Coast oder ein Besuch in Walvis Bay zu den Flamingos.
Highlights
- Atlantik-Kühle nach der Wüstenhitze
- Sandwich Harbour Tour – Dünen treffen Ozean
- Robbenkolonie Cape Cross
- Optional: Skeleton Coast oder Walvis Bay (Flamingos)
- Endlich wieder Cafés, Bäckereien und Eis
Familientipp
Sandwich Harbour nur mit erfahrenem lokalem Guide befahren – die Gezeiten sind tückisch und ohne Erfahrung steckt man fest. Mit kleineren Kindern Halbtagestour buchen, eine Ganztagstour ist zu viel.
Die Spitzkoppe ist mein persönliches Lieblingsmotiv ganz Namibias – der Granitberg, der wie ein Matterhorn aus der Ebene ragt. Stellplätze hier sind weit verstreut zwischen den Felsen, jede Familie hat ihren eigenen Sundowner-Spot. Wir nutzen zwei volle Tage zum Klettern, San-Felsmalereien suchen und einfach nur schauen. Nachts gibt es kein elektrisches Licht – die Milchstraße hängt zum Greifen nah über dem Zelt.
Ein ehrlicher Hinweis, auch wenn Spitzkoppe unser Lieblingsort ist: Duschen gibt es an den Stellplätzen selbst nicht – die befinden sich zentral am Eingang bei der Rezeption. Direkt am Campingplatz habt ihr nur ein einfaches Plumpsklo in unmittelbarer Nähe. Dafür bekommt ihr genau dieses ursprüngliche Bush-Feeling – ohne Zivilisationskomfort direkt vor dem Zelt.
An der Spitzkoppe wird Familien-Zeit ganz groß geschrieben. Kein WLAN, kein Strom, keine Ablenkung – nur Felsen, Sterne und wir fünf. Genau solche Momente sind übrigens der Grund, warum Namibia für uns das tollste Reiseland für Familien überhaupt ist: einfach, sicher, abenteuerlich – und die Kinder lieben es genauso wie wir.
Highlights
- Spitzkoppe Granitfelsen – das „Matterhorn Namibias”
- Felsmalereien der San (Bushmen’s Paradise)
- Rock Arch zum Sonnenuntergang
- Sternenhimmel ohne jede Lichtverschmutzung
Der Brandberg ist mit 2.573 m der höchste Berg Namibias und gleichzeitig eine archäologische Schatzkammer. Das Mowani Camp ist landschaftlich spektakulär – Stellplätze inmitten ockerfarbener Granitkugeln, jeder mit eigener offener Dusche unter freiem Himmel. Nachmittagstour zur berühmten White Lady, einer 4.000 Jahre alten Felsmalerei – kurzer Wanderweg, aber bei Hitze fordernd.
Highlights
- Mowani Camp – Stellplätze zwischen Granitkugeln
- White Lady Felsmalerei (4.000 Jahre alt)
- Aussicht auf den höchsten Berg Namibias
Jetzt verlassen wir die ausgetretene Touristenroute und tauchen in den ursprünglichen Norden ein. Die Anfahrt zum Ongongo Waterfall Camp ist eines der härteren Stücke der Reise – steile, felsige Pisten, die eindeutig nur mit erfahrenen 4×4-Fahrern befahrbar sind. Belohnung: ein türkisblaues, natürliches Felsbecken mit eigenem kleinen Wasserfall, in dem die Kinder stundenlang planschen. Solche Orte gibt es nicht oft auf der Welt.
Highlights
- Ongongo Wasserfall – natürliches Felsbecken
- Damaraland: rote Erde, einsame Pisten
- Möglichkeit, Wüstenelefanten zu sehen
Wichtiger Hinweis
Die Anfahrt nach Ongongo ist nicht ohne. Nur mit echtem 4×4 (kein Soft-Roader), zwei Reserverädern und Erfahrung im Geländewagenfahren. Wer sich unsicher ist, sollte Palmwag Lodge als Alternative wählen.
Der weiteste Fahrtag. Wir fahren tief ins Kaokoland – das Land der Himba. Vorletzter Versorgungsstopp ist Opuwo: hier bekommt man noch einmal Lebensmittel und Diesel, danach beginnt das echte Hinterland. Die Epupa Falls selbst sind atemberaubend: der Kunene-Fluss, der die Grenze zu Angola bildet, stürzt in einer Reihe von Wasserfällen über 30 Meter tief in eine Schlucht zwischen riesigen Baobabs.
Highlights
- Versorgungsstopp in Opuwo
- Begegnungen mit Himba unterwegs
- Epupa Falls am Kunene-Fluss
- Baobab-Bäume an der Schlucht
Unser Stellplatz im Omarunga Campsite liegt direkt am Kunene-Fluss – das hat schon einen ganz besonderen Charme. Morgens beim Kaffee der Blick über den Fluss nach Angola, das andere Ufer greifbar nah. Krokodile haben wir keine gesehen, aber als wir scherzhaft meinten, man könnte ja mal eben nach Angola rüberschwimmen, haben die Einheimischen nur gelacht – und uns wegen der Krokodile kaum Chancen eingeräumt.
Familientipp
Lange Strecke mit Kindern – früh starten, viele Pausen einplanen, im Wechsel fahren. Diesel in Opuwo voll tanken, danach gibt es lange nichts. Die Falls selbst sind nicht eingezäunt – Kinder am Rand immer an der Hand.
Statt die Hauptstraße zurückzunehmen, wählen wir die Pistenroute direkt am Kunene-Fluss entlang – immer mit Angola in Sichtweite auf der anderen Seite. Es ist eine der abenteuerlichsten Strecken, die wir je gefahren sind: tiefe Sandpassagen, Flussdurchquerungen, Himba-Dörfer am Wegesrand. Die Aussichten sind unbezahlbar, der Tag fordernd.
Eigentlich wollten wir in der Kunene River Lodge Campsite übernachten – sie liegt direkt am Fluss und wäre der perfekte Tagesabschluss gewesen. Leider war sie wegen kürzlicher Überschwemmungen geschlossen, sodass wir noch ein gutes Stück weiterfahren mussten. Am Abend dann die einfache, aber sehr willkommene Ruacana Eha Lodge.
Highlights
- Pistenfahrt am Kunene-Fluss
- Blick nach Angola
- Begegnungen mit Himba
- Affen am Wegesrand gesichtet
Wichtiger Hinweis
⚠️ Achtung: Die Piste an der Angola-Grenze ist ausschließlich für erfahrene 4×4-Fahrer geeignet. Nach den starken Regenfällen würden wir sie selbst nicht nochmal fahren – mehrfach kamen wir mit dem Fahrzeug an die Grenzen des Möglichen, obwohl uns in Epupa noch versichert wurde, dass die Strecke „kein Problem” sei. Fragt vor Ort unbedingt nach, ob sie aktuell wirklich befahrbar ist – gerade wenn eure Off-Road-Erfahrung noch begrenzt ist.
An den Flussüberquerungen selbst gilt: schaut euch genau an, wie die Einheimischen sie meistern – und wenn das Wasser zu hoch steht, lieber ein Camp aufschlagen und am nächsten Tag noch einmal versuchen. Der Wasserstand kann über Nacht deutlich sinken.
Ansonsten: Volltanken in Epupa (sofern möglich) und genug Wasser dabei haben. Wer unsicher ist: über Opuwo zurückfahren – auch schön, aber deutlich entspannter. Vorher unbedingt prüfen, ob die Wunsch-Unterkunft geöffnet hat – in der Regenzeit (Dezember bis März) kann es kurzfristig zu Schließungen wegen Überschwemmungen kommen, wie wir leider selbst feststellen mussten.
Vom Kaokoland kommen wir über das wenig befahrene King Nehale Gate in den Etosha Nationalpark hinein – ein selten genutzter Eingang im Norden. Stopp in Outapi für Lebensmittel.
Auf dem Weg zum Etosha merkt man deutlich: Der Norden ist neben den beiden Städten Windhoek und Swakopmund das am dichtesten besiedelte Gebiet Namibias. Dörfer reihen sich aneinander, viel Verkehr, immer wieder Tiere und Menschen am Straßenrand – ein anderes Namibia als das einsame, weite Land aus den ersten Reisetagen.
Im Etosha angekommen entschädigen die ersten Stunden für jeden Kilometer Anfahrt: viele Elefantenherden und Giraffen kreuzen unseren Weg – ein toller Willkommensgruß für die kommenden Self-Drive-Safari-Tage. Übernachtung im Namutoni Campsite – dem alten deutschen Fort.
Highlights
- Einreise über das ruhige King Nehale Gate
- Lebensmittelstopp in Outapi
- Elefantenherden und Giraffen als Etosha-Willkommen
- Camping im historischen Fort Namutoni
Wichtig für den Etosha
Am Park-Eingang wird streng kontrolliert – folgende Dinge dürfen nicht in den Nationalpark mitgenommen werden:
❌ Plastiktüten
❌ Drohnen
❌ Fleischprodukte (Steaks, Wurst etc.)
Am besten schon beim letzten Supermarktstopp (z. B. in Outapi) entsprechend einkaufen und alles Nötige umpacken.
Ein ganzer Tag Safari im Etosha. Wir fahren langsam von Wasserloch zu Wasserloch und werden gleich mehrfach belohnt: erst ein Löwe in der flirrenden Mittagshitze, dann unser erstes Spitzmaulnashorn. Halali liegt zentral im Park und hat ein beleuchtetes Wasserloch – nachts trinken hier Nashörner direkt vor unseren Augen. Dazu zieht in der Ferne ein Gewitter auf, und der Himmel liefert ein Schauspiel aus Blitzen am Horizont, das die weite Ebene immer wieder kurz erleuchtet. Die Kinder sind hin und weg.
Highlights
- Löwe in der Mittagshitze
- Erstes Spitzmaulnashorn
- Self-Drive Safari zwischen den Wasserlöchern
- Halali Wasserloch bei Nacht – Nashörner zum Greifen nah
- Gewitterspektakel am Horizont
Letzter Tag im Etosha. Wir verlassen den Park über das Anderson Gate im Süden und gönnen uns als kleinen Luxus eine Nacht im Camping 2 Go – ein vorgefertigtes Luxus-Zelt mit echtem Bett, Strom und Bad. Nach Tagen im Dachzelt das pure Glück, vor allem für die Kinder.
Die gesamte Camping-2-Go-Anlage ist sehr schön und gemütlich gestaltet. Klare Empfehlung von uns – auch wer „nur” regulär mit dem eigenen Dachzelt campen möchte, ist hier bestens aufgehoben.
Highlights
- Letzte Wasserlöcher im Etosha
- Camping 2 Go – Luxus-Zelt mit echtem Bett
- Sehr gemütliche, schön gestaltete Anlage – auch für reguläres Camping ideal
- Komfort-Pause vom Dachzelt
Eines der schönsten Camps der Reise. Das TimBila Camp Namibia liegt am Ufer des Omaruru-Flusses im gleichnamigen Naturreservat der Naankuse-Foundation – einem Schutzgebiet für Wildtiere aus Mensch-Tier-Konflikten. Elefanten, Löwen, Leoparden und eine große Population an weißen und schwarzen Nashörnern leben hier ungezäunt.
Wir selbst haben hier keine Nashörner gesehen, aber allein zu wissen, dass sie irgendwo da draußen unterwegs sind, gibt jeder Selbst-Pirschfahrt eine besondere Spannung. Und genau das ist es, was uns an TimBila so gepackt hat: Obwohl es ein privates Reservat ist, kommt hier ein echtes Abenteuergefühl auf – man weiß nie, wer als nächstes zwischen den Dornbüschen auftaucht. Wir sehen Giraffen aus nächster Nähe und Elefanten zwischen den Akazien. Die Atmosphäre hat uns so gepackt, dass wir kurzerhand verlängert haben – und keinen Tag bereut.
Highlights
- Self-Drive Safari im Privatreservat
- Giraffen aus nächster Nähe
- Elefanten zwischen den Akazien
- Freilebende weiße und schwarze Nashörner im Reservat
- Atmosphäre, die zum Verlängern einlädt
Statt direkt zurück Richtung Hauptstadt zu rollen, entscheiden wir uns spontan, den letzten vollen Tag der Reise nochmal an der Spitzkoppe zu verbringen. Bewusst die Natur genießen, bevor es zurück in die Stadt und in den Alltag geht.
Für uns der perfekte Abschluss: ein atemberaubender Sonnenuntergang über dem Granitberg, danach Lagerfeuer mit Marshmallows – Kinderträume werden wahr. Drei müde, glückliche Kinder im Dachzelt, der Sternenhimmel über uns. So sollte ein Roadtrip enden.
Familientipp
Wer kann, sollte den Roadtrip immer mit einer letzten ruhigen Nacht in der Wildnis enden lassen – nicht direkt mit der Großstadt. Der Übergang fällt allen leichter.
Zurück in die Hauptstadt. Letzte Nacht wieder in der vertrauten Arebbusch Travel Lodge – Wäsche, Ordnung im Auto, Souvenirs. Am 15.01. dann Mietwagen-Rückgabe und Abflug vom Hosea Kutako International Airport. Zurück in der Heimat, im Kopf 25 Tage roter Sand, Sternenhimmel, Tiere und Kinderaugen, die das alles erlebt haben.
Tipp für den letzten Tag
Auto rechtzeitig zurückbringen (Mietwagenfirmen prüfen oft genau!). Souvenirs lieber in Windhoek als am Flughafen kaufen, dort ist es deutlich günstiger.
Unsere Top 5 Highlights
Namibia mit drei Kindern
Was wir nach zwei Namibia-Reisen gelernt haben
🏥Gesundheit & Sicherheit
- Malaria-Prophylaxe für den Norden – mit Kinderarzt absprechen
- Sonnenschutz LSF 50+ und Hut sind Pflicht
- Nur abgefülltes Wasser trinken
- Hepatitis A & B, Tetanus, Typhus auffrischen
- Auslandskrankenversicherung mit Rückholservice abschließen
- Tagesroute bei Vertrauten hinterlegen, vor allem auf Off-Road-Etappen
- Reisepass-Kopie separat aufbewahren + Foto in der Cloud
🚙Auto & Strecke
- 4×4 mit Dachzelt ist Pflicht – kein Soft-Roader
- Zwei Reserveräder + Reparaturset
- Diesel früh tanken, Tankstellen liegen weit auseinander
- Tracks4Africa oder Maps.me offline laden
- Reifendruck täglich prüfen und der Straße anpassen (Teer/Schotter/Sand)
- Reifendruck-Kompressor an Bord haben
⛺Camping mit Kindern
- Mix aus Camping und Lodge plant Erholung mit ein
- Schuhe nachts immer ausschütteln (Skorpione!)
- Stirnlampe pro Person
- Kinder nie allein am Lagerfeuer
- Warme Sachen für kühle Wüstennächte
👶Mit Kleinkind (3 Jahre)
- Tagesetappen unter 300 km halten, sonst wird’s zäh
- Pausen oft, kurz und mit Bewegung
- Lieblingsbuch und Kuscheltier eingepackt
- Nachmittagsschlaf in die Fahrt einplanen – unsere Liv schläft im Auto super, so macht man entspannt Strecke
🎒Packliste-Essentials
- Trinkflaschen pro Kind (mindestens 1 Liter)
- Insektenschutz mit DEET
- Erste-Hilfe-Set (kindergerecht)
- Kindersitze vorab buchen oder selbst mitnehmen
- Fernglas für Wildbeobachtungen
- Snacks und Beschäftigung für lange Etappen
💰Budget & Buchung
- Sesriem Camp vor Reise buchen – schnell ausgebucht
- Etosha-Camps direkt bei NWR (Namibia Wildlife Resorts)
- Lokale Campsites oft nur 15–50 € – günstiger geht kaum
- Bargeld in N$ für kleine Camps und Snacks
- Tankkosten realistisch einplanen (5.000+ km)
Fazit
Lohnt sich Namibia mit drei Kindern?
Absolut. Auch beim zweiten Mal hat uns Namibia wieder restlos überzeugt – und mit drei Kindern (Kian 10, Julin 8, Liv 3) war es trotz oder gerade wegen der größeren Spannweite ein magisches Familienabenteuer. Die Kombination aus Wüste, Tieren, einfachen Camps und atemberaubenden Landschaften wirkt auf Groß und Klein gleichermaßen.
Im Vergleich zu unserer ersten Reise haben wir diesmal viele neue Orte angesteuert, die beim ersten Mal nicht auf der Karte standen. Wir haben uns in dieses Land verliebt und kommen definitiv wieder.
Und beim nächsten Mal vielleicht den Caprivi-Streifen — den haben wir noch nicht gesehen. 🦁
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Meta-Beschreibung
Namibia mit drei Kindern – 25 Tage Roadtrip 2025/26 von Windhoek über Kalahari, Fish River Canyon, Sossusvlei, Spitzkoppe, Palmwag, Epupa Falls und Etosha. Kompletter Reisebericht mit Strecken, Kosten, Unterkünften und Praxistipps für Familien.